Steuerberater Dirk Wittmeier 
 

Aktuelle News

Infothek

Zurück zur Übersicht
Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Mittwoch, 16.09.2020

Betriebsrat muss Lesezugriff für Bewerbungssoftware erhalten

Wenn Bewerbungsverfahren über ein digitales Tool stattfinden, muss auch der Betriebsrat auf die wesentlichen Funktionen der Software zugreifen können. Das entschied das Landesarbeitsgericht Köln (Az. 9 TaBV 32/19).

Ein Unternehmen wollte eine Stelle neu besetzen. Zur Bewerberauswahl nutzte es eine Software. Das Bewerbungsmanagement-Programm ermöglichte es u. a., zu jeder Bewerbung Kommentare einzugeben. Diese Kommentare waren aber nur für Nutzer mit Lesezugriff sichtbar. Der Betriebsrat verweigerte letztendlich seine Zustimmung zur Einstellung der vom Arbeitgeber gewählten Bewerberin. Er hielt die Anhörung für fehlerhaft, weil er keinen Lesezugriff auf die Kommentare in der Bewerbungssoftware hatte.

Das Gericht gab dem Betriebsrat Recht. Der Arbeitgeber müsse den Betriebsrat umfassend unterrichten und sämtliche Details aller Bewerbungen offenlegen. Auch bei der Nutzung eines Bewerbungstools muss der Betriebsrat von den Funktionen profitieren können. Daher sei dem Betriebsrat ein Lesezugriff zu gewähren, denn nur dann könne sich der Betriebsrat auf den gleichen Stand bringen wie der Arbeitgeber. Dazu gehören auch Bewertungen, Kommentare oder subjektive Einschätzungen des Arbeitgebers, die ihn zur Entscheidung für einen Kandidaten oder eine Kandidatin bewegen.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.